Ohne Karren, Knarren und leichte Damen

Hip Hop ist teilweise ja sehr verschrien. Zu den genannten Ausschlusskriterien, wegen derer man das Genre im besten Fall direkt und vollständig meiden sollte, werden unter anderem vorgebracht:

  1. Die Gewaltverharmlosung und/oder -verherrlichung
  2. Die Drogenverharmlosung und/oder -verherrlichung
  3. Homophobie
  4. Misogynie
  5. Genitallängenprahlerei
  6. Wohlstandsvorgaukelei
  7. Tendenziell derber Verrohungshang
  8. Allgemein schlechte Manieren mit Handherumgefuchtele beim „Mic checken“

Und das mit den Schimpfwörtern und Beleidigungen beim „Rhymes spitten“ habe ich noch gar nicht erwähnt.

Viele der oben aufgeführten Charakteristika lassen sich unter den einen oder anderen Rapper bzw. dessen Œvre subsumieren. Ich werde jetzt definitiv nicht „namen und shamen“, aber zu beobachten ist es sicherlich und wegentschuldigen kann man so etwas nicht.

Doch fernab des alle-über-einen-Kamm-Scherens trifft dieses in der Realität fußende Klischee nicht immer zu: A Tribe Called Quest, De La Soul, Gang Starr, Eric B and Rakim, Dendemann, Common, Talib Kweli, Mos Def, die Roots, Advanced Chemistry und das frühe Schaffenswerk eines gewissen Kanye West sind trotz in puncto Formulierung leichter und vereinzelter Anflüge von „Mundwerk“ allesamt toll und wunderbar und „conscientious“ und bedienen das Klischee wohl nicht.

Und man kann sich auch garantiert s-t-u-n-d-e-n-l-a-n-g darüber streiten, ob das nun moderne Lyrik sei oder nicht. Das sprengt hier nur leider definitiv den Rahmen und auch meine Indifferenzkurve.

Doch ab und an reichen einem die Beats, ohne dass man die textlichen Inhalte direkt mitkonsumieren möchte. Und tolle Beats gibt es massig. Egal, ob funk Samples, soul Loops oder Deine Lieblings-MC-Cuts: Dem „aus alt mach‘ neu“ sind da kaum Grenzen gesetzt (Dank und Referenz an dieser Stelle an den Dendemeier). Und für all diejenigen, die Hip Hop manchmal auch gerne ohne virtuose Reimkünste, Reimenddopplungen und „Yo yo yo“ hören, hier eine kleine Taahp Teyn an Beats, Beats, Beatz:

  1. Jay-Z „Girls“
  2. Nas „If I Ruled The World“
  3. Gang Starr „You Know My Steez“
  4. Kanye West „Through The Wire“
  5. Eins Zwo „Weltretten 4-/Tschuldigung“
  6. De La Soul „Eye Know“
  7. Massive Töne „Rapgame“
  8. Biggie Smalls „Sky Is The Limit“
  9. The Streets „Has It Come To This?“
  10. Curse „Warum nicht?“

 

DJ/MC Fehllix. Word!

 

P.S.: Die unten stehende Gebrauchsanweisung habe ich letztens in Fehlcouver in die Hand gedrückt bekommen, als wir zu einem Rap Battle gehen wollten. Vielleicht interessiert Euch die ja. Ich glaube es geht da um die gewünscht-authentische Garderobe mit „Street Cred“ und dem ganzen Trara. Aber ob das universell einsetzbar ist? Ich weiß nicht.

lege2

Advertisements

Analyseergebnis: Im Scan (3) infizierte Dateien gefunden

Heutzutage muss man ja vorsichtig sein. Und leider auch vor allem als Frau. Sehr wahrscheinlich sogar nicht erst seit heutzutage, aber wenn Häshtägs wie MeToo und Oprah2020 hin und her fliegen, dann wird einem gerade momentan diese Prämisse besonders verdeutlicht.

Ich schreibe das jetzt zu einer Zeit, in der es kurz nach Silvester ist, die Party-Meile in Berlin eine „Damen-Zone“ eingerichtet hatte und in ausgewählten Drogeriemärkten Pfefferspray opportun gut sichtbar direkt an der Kasse positioniert feilgeboten worden ist. So etwas habe ich nicht einmal in Pfefferia zu Gesicht bekommen, wobei die meisten Deodorants dort ebenfalls eine sehr distinktive Pfeffernote hatten, was eine Unterscheidung eventuell erschwert.

Aber diese Art von Vorsicht, so bedauerlich die Notwendigkeit ihrer Vornahme auch ist, meine ich gar nicht.

Mir geht es eher um den Umgang mir unliebsamen Fremdeinwirkungen von außen.

Diejenigen, die einen nerven, stören, wütend und hilflos machen, wahrscheinlich sogar ekeln und bei denen einem schlichtweg die Spucke weg bleibt.
Nein, es ist wirklich nicht mehr das Thema siehe oben, sondern Viren!
Viren, Viren, Viren.
Wenn medizinisch gesehen virale Infekte nicht heil-, sondern lediglich behandel- und abmilderbar sind, wie man gerne hört, wofür sind dann all die Anti-Virus-Programme gut?

Ich stelle mir dann gerne eine Festplatte mit Fieberthermometer und Wadenwickel vor. Gott, was habe ich Wadenwickel damals gehasst! Mir war eh schon kalt unter drei Decken, da kommt sie an mit kalten, nassen Lappen, klatscht mir die um die Waden und wickelt alles dann auch noch in Plastiktüten vom Supermarkt. Hat bestimmt genauso viel geholfen wie Cola, Salzstangen und geriebener Apfel (Ernstes Gesicht mit abschätzigem Blick zur Seite). Aber Festplatten werden wohl weder Beine noch Waden haben. Dann eben Mainframewickel.

Aber gut, diese Programme erfüllen ja ihren Zweck und Dienst, wohl? Gegen Malware, Spyware, „WannaCry“, „Meltdown“, „Spectre“ und Trojaner sind die wohl scheinbar effektiv.

Nur was bringt einem ein Viren-Schutz-Programm, wenn in Social Media etwas viral geht? Man kann es teilweise in Realzeit verfolgen: Die Likes und Retweets steigen, während man auf den betreffenden Tweet schaut, ins Astronomische. Oder Kosmonautische. Egal, ob es RealUS-Präsidenten, Kanye Wests Gemahlin, Deine Lieblings-Youtuber oder jemand Berühmtes aus Deinem Umfeld mit oder ohne den Nachnamen Schmidt/Schmitt ist: Manches verbreitet sich schneller als Bakteriell-Virulentes in einer Petri-Schale.

Ich folge ja nicht vielen. Den Gängigen zum Beispiel gar nicht. Und die Politischen habe ich größtenteils entfollowen müssen, weil es zu sehr auf mein Gemüt schlug. @CuteEmergencyTV, @HereBeHuskies oder @moodvintage sind aber prima. Katzenbabies, die sich in Wäschekörbe verirrt haben schaue ich auch, ist ja klar. Und wer liebt nicht ein Gif mit tapsigen Nilpferdkindern? Eben. (Lächelndes Gesicht mit zusammengekniffenen Augen)

Aber selbst dann kommt man an gewissen Sachen leider trotzdem nicht vorbei. Die werden trotzdem retweetet und der Häshtäg verirrt sich trotzdem in den Tweet für ein garantiertes Optimum an Reichweitenmaximierung und gerät somit trotzdem in die eigene Timeline.

Und dann der Perfektionsdruck?

„Warum sind meine Bilder eigentlich so viel deprimierender als die der anderen?“
„Warum ist mein Leben nicht auch perfekt?“
„Was ist eigentlich falsch mit mir?“
(Gesicht mit geöffnetem Mund und kaltem Schweiß)

Und wenn es perfekt ist, dann steigern wir das am besten noch in ein perfekteres, optimaleres Leben. Da wird schon ganz schön schnell die Steigerung des Superlativs zur „normalen“ Messlatte für sozialen „Erfolg“ und Definitionsmerkmal eigener Werthaftigkeit.

Wenn die Welt daher manchmal ganz schlimm furchtbar ist, einem das Pastellton-„Darf’s ein bisschen mehr sein?“ auf den Keks geht und man Migräne bekommt vom ganzen „Hast Du das schon gesehen? LOL!“ und „Sein Likeverhalten ist eh schon immer sehr fragwürdig gewesen“ und dem obligatorisch-hysterischen Capslock-Gebrülle, dann ist hier ein kleiner Beipackzettel an Heilmitteln, die einem die elektronisch-soziale Global-Village-Klaustrophobie vielleicht etwas erträglicher erscheinen lassen:

  • Schließen Sie die Augen,
  • atmen Sie tief durch,
  • gehen Sie nach draußen (das ist da, wo das WLAN-Signal weg ist)
  • reden Sie mit jemandem in Person und in laut sprechen mit den Stimmbändern, dem Mund und/oder Gebärdensprache nach DGS.
    (Manchmal hilft es, laut ein Emoji zu sagen. Das konterkariert eventuell die postmoderne Postverbalität)
  • Alternativ können Sie an Ihr Lieblingsküchenutensil denken. Meins sind der Quirl und der kurze Cappuccino-Löffel

 

Fehllix („Lächelndes Gesicht mit Sonnenbrille“) la Gaffe

Ächz

Uff. Ich kann nicht mehr. Ehrlich nicht.

Drei Tage lang. Ohne unterbrechen. Ganz schlimm lecker war es.

Kennt Ihr die Szene in Monty Pythons Sinn des Lebens? Die mit dem Minzblatt. Puh. Das war auch eine Befürchtung. Aber ich bin Gott sei Dank nicht explodiert. Stellt Euch das mal vor.
Dann hätte Papa wohl den Weihnachtsbaum auswringen dürfen.

Naja egal. Lecker war’s. Bei Euch hoffentlich auch.

Ich leg mich besser noch einmal hin.

Puh. Uff.

Jetzt ist Schluss!

Ja, wir müssen die Kerzen auspusten. Natürlich auch die mit Lavendel in der Küche, was denn sonst?! Nee, das verringert das Brandrisiko, wenn über die Feiertage keiner da ist. Claude, das hat uns der Vermieter gesagt. Ja. Ja, Du warst dabei. Mach es einfach. Und Vorsicht mit den Skiern!

So Ihr Lieben.

Wir sind jetzt weg. Claude fährt über die Tage zum Skifahren in die Alpen und ich nach Hause zu meiner Familie. Ich kann jetzt auch ganz gut ein paar Tage zum Verschnaufen gebrauchen. Ist ja doch echt anstrengend, die Vorweihnachtszeit.

Wir hoffen, es hat Euch dieses Jahr gefallen. Vielleicht kommt Ihr 2018 wieder. Claude und ich würden uns auf jeden Fall freuen, Euch wiederzusehen. Wir hatten dieses Jahr viel Spaß und Freude am Blog und wir hoffen, Euch ging das genauso.

Ich will mal gucken, dass ich mich in den nächsten Tagen so ab und an mal melde. Aber wie heißt es so schön: Wenn man nichts von ihnen hört, dann geht es ihnen gut.

In diesem Sinne: fehllix navidad und passt auf Euch auf.

Wir sprechen uns nächstes Jahr, Ihr Meergesichter!

Weihnachtsclaude und Fehllix

 

 

 

P.S.: Sorry, dass das Antiwichteln so in die Hose gegangen ist. Aber Claude hat trotzdem genug Zeugs abgestaubt, ich glaube enttäuscht war er nicht. Danke für den Locher. Der war doch bestimmt von Dir, oder?

Dr. Pastrami – 1. Teil

Interview vom 24.11.2017 im Pfefferia Multipower Lower Tower, HQ der Gwstn-Holding,plc.

(F)ehllix E. la Gaffe (Interviewer), Dr. Carl Mayoran (P)astrami

Fehllix: Guten Morgen Herr Dr. Pastrami. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen. Mir ist bewusst, dass Sie als Vorstandsvorsitzender des Gwstn-Konglomerats einen engen Terminplan haben.

Dr. Pastrami: Gerne, ich freue mich immer besonders, wenn ich unsere ausländischen Freunde in unserem schönen Gewürzistan begrüßen darf. Wie gefallen Ihnen die neu errichteten Wasserkaskaden, wenn ich Sie so direkt fragen darf?

F: Ah, ja wirklich beeindruckend. Vor allem der Tiefennassheitsgrad hat mich sehr erstaunt.

P: (lacht) Ja das hören wir immer wieder. Ein eindrucksvolles Zeugnis gewürzistanischer Bauexpertise.

F: Zweifellos. Wie die meisten neuen Bauten in Pfefferia. Der neu gefundene Reichtum scheint sich ja vor allem in der Architektur niedergeschlagen zu haben.
Mich würde, von der Baukunst abgesehen, interessieren, in welche sonstigen Projekte der sog. „Spice-Dollar“ sonst noch investiert worden ist.

P: Nun, das Wort „Spice-Dollar“ wird vermehrt als sehr geringschätzige Beschreibung genutzt, um die gewürzianischen Errungenschaften kleinzureden. Es gibt vermehrt westliche „journalistische“ Publikationen, die mit solchen Schlagwörtern versuchen, den großen Erfolg des gewürzianischen Projektes zu unterminieren.

F: Über welche Publikationen reden Sie konkret?

P: Die gängigen.

F: Meiner Einschätzung nach ist der Begriff „Spice-Dollar“ eher so zu verstehen, dass sich eine ungleichmäßige Verteilung des Gewinns erkennen lässt, wenn es…

P: Und wo wollen Sie diese Unverteilung erkennen können?

F: Nun, wie ich bereits eben sagte, man sieht eine Reihe von Bauprojekten, die in den letzten Jahren entstanden sind. Die Baubranche scheint in Pfefferia ja sehr zu boomen. Ich durfte vor einigen Tagen das Umland besuchen. Wir sind nach Kloriander gefahren, um uns dort die Ruinen anzuschauen. Mein Eindruck, als wir aus Pfefferia kamen, war, dass es große strukturelle Defizite…

P: Wir arbeiten das ja gerade erst auf! Sie verstehen das nicht. Strukturell gesehen ist es sinnvoller, zunächst das Zentrum zu modernisieren, um als Handelsstandort attraktiver für ausländische Investoren zu werden. Im zweiten Schritt kann man dann darüber nachdenken, das Hinterland auszubessern.

F: Entschuldigen Sie, dass ich Ihnen widersprechen muss. Wir reden hier über die absoluten Basics der Grundversorgung wie Zugang zu Wasser, Krankenhäuser und ein genereller Ausbau der Infrastruktur.

P: Nein, nein. Das ist alles im Vorstand besprochen worden. Der Aufsichtsrat hat den Maßnahmen zugestimmt. Das ist ausreichend.

F: Das scheint mir eine gute Überleitung zu dem zweiten Themenkomplex zu sein. Ich würde gerne über die politische Organisation des Landes sprechen. Gewürzistan ist das erste – und meiner Recherche nach auch weiterhin einzige – Land, das statt als politische eher als eine wirtschaftliche Entität geführt wird. Ein weiteres Schlagwort, was in diesem Zusammenhang benutzt wird, ist das der „corporalitical governance“.

 

Teil 2 des Interviews erscheint in der nächsten Ausgabe von „Politics Geekly“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

P.S.: Die hier beschriebenen Themen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu real existierenden Personen ist unbeabsichtigt und zufällig.

#Fumfssig

Dies ist der 50. Beitrag auf Fehlercode 404.
Ganze fuffzich. Die halbe Hundert. The big 5-0. Also nicht die Polizei. Wobei die Rechtschreibfehler hier teilweise schon recht kriminell erscheinen.

Wir dachten uns, als wir unser wöchentliches Redaktionsmeeting hielten, dass wir auf ein paar Fragen eingehen könnten, die in den letzten Wochen so aufgetaucht sein könnten. Ihr habt natürlich recht, wenn Ihr jetzt sagt, dass die wichtigsten bereits in „I Wouldn’t“ beantwortet wurden. Aber da in Kürze ja auch schon Weihnachten ist, kommt hier ein kleines pre-Christmas Treat.

  • Welche ist Claudes Lieblingsfarbe? Gestreift.
  • Wie alt seid Ihr? Alt.
  • Welche ist Fehllix‘ Lieblingsfarbe? Ocker-Khaki.
  • Wann fahrt Ihr nach Pfefferia? Bald.
  • Was macht Ihr an Weihnachten? Dazu kommt die Tage ein Post.
  • Was sind Eure Hobbies? Claude: Skifahren. Fehllix: Tierdomptage
  • Läuft da eigentlich was zwischen Claude und Mme La Gaffe? Nein!!?
  • Wie habt Ihr Euch kennengelernt? Im Nachhilfeunterricht.

 

Vielleicht machen wir beim nächsten Jubiläum noch so ein Q&A, mal schauen. Wobei die Cousine von Claude, sie heißt Maude, einen Webchat vorgeschlagen hat. Na mal schauen.

Wär ja schon interessant zu sehen, ob wir es tatsächlich eines Tages bis zu Beitrag Nummer 404 schaffen. Wohl eher nicht, was?

Fehllix